Saint-Gobain Ceramics – Faserinnovationen
Gemeinsam mit einem renommierten deutschen Institut bereitet Saint-Gobain die industrielle Produktion von Endloskeramikfasern vor. Durch die Erschließung keramischer Werkstoffe für neue Verwendungszwecke könnten diese eine Schlüsselrolle beim ökologischen Wandel spielen.
Sie sind zwar noch nicht sehr bekannt, aber die Erwartungen an sie sind immens. Keramische Oxidfasern sind tatsächlich in der Lage, keramische Materialien multifunktional zu machen.
Die Kombination aus Fasern und einer Matrix verleiht diesen Materialien eine sehr hohe thermomechanische Beständigkeit und andere Eigenschaften wie thermische und elektrische Isolierung, Korrosionsbeständigkeit – bei extremer Leichtigkeit.
Diese Materialien werden Keramik-Matrix-Verbundstoffe (CMC, Ceramic Matrix Composites) genannt. Sie sind für Anwendungen gedacht, die sehr starken thermomechanischen Zwängen unterliegen, wie z. B. Industrieöfen, hocheffiziente Gasturbinen, Luft- und Raumfahrt- oder andere Spitzentechnologien. Diese Verbundwerkstoffe spielen also eine wichtige Rolle bei der ökologischen Wende und ihre Nachfrage dürfte in den nächsten Jahren sehr stark wachsen.
SCHAFFUNG EINES EUROPÄISCHEN ÖKOSYSTEMS
In Deutschland erforscht das DITF-Institut – das Deutsche Institut für Textil und Faserforschung Denkendorf – seit dreißig Jahren die Eigenschaften von Verbundwerkstoffen.
Die Forschung des Instituts sorgte für seinen weltweit ausgezeichneten Ruf. Die gemeinsame Entwicklung zwischen diesem Institut und Saint-Gobain zielt darauf ab, ein industrielles Demonstrationsprodukt zur Herstellung von Endlosfasern aus Keramik zu entwickeln. Dies wird der erste Schritt vor der Investition in eine europäische Fertigungslinie sein.
Das auf drei Jahre angelegte Kooperationsprogramm wurde am 20. Dezember in Denkendorf in Anwesenheit von Yves Boussant-Roux, Direktor F&E von Ceramic Materials, und Nicolas Miègeville, CEO der BU Ceramics, offiziell gestartet. „Wir waren sehr beeindruckt von den Einrichtungen der DITF“, erklärt er. „In den nächsten Monaten werden wir gemeinsam prüfen, ob dieses Projekt sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Das Ziel ist es, 2023 mit der Entwicklung des Demonstrators zu beginnen. Wir haben bereits Kontakte zu potenziellen Kunden und Kofinanzierern geknüpft. Auf europäischer Ebene müssen wir ein ganzes Ökosystem schaffen. Mit zwei Marktführern wie DITF und Saint-Gobain hat dieses Innovationsprojekt alle Chancen, sich in einem wachstumsstarken Markt durchzusetzen.